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Zei­tungs­ar­ti­kel und Bild­down­load

Arti­kel vom 5./6. Dezem­ber 2015 von Anja Herold

Geschich­te knis­tert im Kri­mi
STADTHISTORIE Im Mit­tel­deut­schen Ver­lag ist der Roman „Mag­da­le­nes Geheim­nis” erschie­nen. Die Hand­lung rankt sich um Ereig­nis­se in Hal­le um 1690.

Halle/MZ – Als Chris­ti­na Auers­wald vor vie­len Jah­ren an der Saa­le ent­lang Rich­tung Tro­tha lief, über­fiel sie der Gedan­ke und ließ sie fort­an nicht mehr los: „Ist das schön hier!“ Sie, die frisch zum Stu­di­um der Volks­wirt­schaft aus einer länd­li­chen Gegend bei Bit­ter­feld in die gro­ße, anony­me Stadt gekom­men war, in Neu­stadt im Stu­den­ten­wohn­heim leb­te und bis zu jenem Spa­zier­gang mit Hal­le hader­te, war end­lich ange­kom­men. Sie begann, die Stadt zu lie­ben. Und sich für ihre Geschich­te zu inter­es­sie­ren.

Beson­ders die Zeit des aus­ge­hen­den 17. Jahr­hun­derts hat­te es ihr ange­tan – eine Zeit des Umbruchs, eine span­nen­de Zeit. „Es wird immer gesagt, dass nach dem Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg lan­ge Zeit Flau­te herrsch­te und nichts pas­sier­te. Aber das stimmt nicht.“ Den Zuzug der Huge­not­ten führt Chris­ti­na Auers­wald als Bei­spiel an. Die Fran­zo­sen hät­ten damals zehn Pro­zent der Bevöl­ke­rung aus­ge­macht. Angst vor Über­frem­dung, vor mate­ri­el­lem Ver­lust und einer ande­ren Reli­gi­on als der eige­nen hät­ten die Ein­hei­mi­schen damals umge­trie­ben.

In die­ser Zeit nun, um 1690, hat Chris­ti­na Auers­wald ihren ers­ten, im Mit­tel­deut­schen Ver­lag erschie­nen Roman „Mag­da­le­nes Geheim­nis“ ange­sie­delt. Eine jun­ge Frau aus bür­ger­li­chem Milieu, Mag­da­le­ne, bekommt ein unehe­li­ches Kind. Lebt, liebt, lei­det und kämpft in und um Hal­le. Die Geschich­te ist eine Geschich­te, die aber – für Hal­len­ser vor allem – inter­es­sant wird durch die his­to­ri­schen und archi­tek­to­ni­schen Hin­ter­grün­de. Meh­re­re der im Roman spie­len­de Figu­ren haben hier gelebt: der Onkel der Mag­da­le­ne, Con­rad Bert­ram zum Bei­spiel, der Rats­meis­ter in Hal­le war und in der Gro­ßen Mär­ker­stra­ße 7 leb­te. Oder Jean Vimi­el­le, ein Pre­di­ger der fran­zö­si­schen Gemein­de von Hal­le, der in der Mag­da­le­nen­ka­pel­le begra­ben wur­de. Jean Michel Milié, genannt La Fleur, spielt eine Rol­le, der eine Rit­ter­aka­de­mie grün­de­te und im Haus Gro­ße Mär­ker­stra­ße 2122 jun­gen Män­nern aus geho­be­nem Hau­se höfi­sche Bil­dung zukom­men ließ. Und auch die Stra­ßen, Häu­ser, Plät­ze, die Brü­cken und der Fluss: Der Roman spielt an Orten, die zum Teil heu­te noch exis­tie­ren, zum Teil aber nur noch auf alten Sti­chen und Kar­ten zu sehen sind. Klaus­tor und Trö­del tau­chen auf, die Ulrichs­kir­che und der Gra­se­weg. Auf dem Markt herrscht bun­tes Trei­ben, alle Bevöl­ke­rungs­schich­ten tref­fen dort auf­ein­an­der, und am mit­tel­al­ter­li­chen Melu­si­ne­brun­nen tref­fen sich die jun­gen Mäd­chen zum Klatsch.

Auch Mag­da­le­ne, die Haupt­fi­gur, muss es gege­ben haben. „Sie ist 1734 gestor­ben, soviel weiß ich“, sagt Chris­ti­na Auers­wald. Ansons­ten ist das Wis­sen über Mag­da­le­ne sehr lücken­haft, aber weni­ge Auf­zeich­nun­gen von ihr hat die Autorin vor Jah­ren gefun­den. Einen Sta­pel alter Blät­ter, Doku­men­te, Brief­fet­zen habe sie aus einem Papier­con­tai­ner eines Betrie­bes in der Nähe des Bahn­hofs geholt: „Wis­sen­schaft­lich nicht ver­wert­bar“, aber doch mit eini­gen Hin­wei­sen auf die Geschich­te er jun­gen Frau, sagt Chris­ti­na Auers­wald. Jah­re­lan­ge Recher­che und ihre Fan­ta­sie haben dann schließ­lich „Mag­da­le­nes Geheim­nis“ ent­ste­hen las­sen.

Das Buch, das auch Wet­tin zum Schau­platz hat, ist nur Teil einer umfang­rei­chen Rei­he, die als Manu­skript bereits vor­liegt. „Acht Bän­de sind es bis jetzt. Sie spie­len alle in die­ser Gegend – einer in Des­sau.“ Und alle haben his­to­risch ver­bürg­te Gescheh­nis­se zum Inhalt. Die soge­nann­ten extra­or­di­nä­ren Wei­ber – Frau­en mit reli­giö­sen Visio­nen – zum Bei­spiel. Oder der Lum­pen­schmug­gel, der sich an der Gren­ze zwi­schen Bran­den­burg und Sach­sen abspiel­te.

Chris­ti­na Auers­wald lebt inzwi­schen in Bonn und ist lei­ten­de Ange­stell­te in einem gro­ßen Unter­neh­men. Aber Hal­le hat sie bis heu­te nicht los­ge­las­sen.

www.mz-web.de

Alte Geheim­nis­se

Kurz vor dem Fest ver­öf­fent­licht der Mit­tel­deut­sche Ver­lag einen Roman von Chris­ti­na Auers­wald, der Euch in das Hal­le von 1690 ent­führt. In „Mag­da­le­nes Geheim­nis” (14,95 Euro) geht es zum einen um den fran­zö­si­schen Ein­wan­de­rer Jean de Morin, der für den Mord an sei­ner Frau gehängt wer­den soll.

Zum ande­ren geht es um die 17jährige Hal­len­se­rin Mag­da­le­ne, die ein unehe­li­ches Kind erwar­tet. Aus die­sem Grund soll sie schnell mit dem ihr frem­den, alten Spe­ze­rei­en­händ­ler Georg Rehnikel ver­mählt wer­den. So will es ihr Vor­mund, der Jurist Con­rad Bert­ram, der auch in den Pro­zess gegen den Fran­zo­sen ver­wi­ckelt ist. Mag­da­le­ne will ver­hin­dern, dass man die­sen hängt, doch die Zeit wird knapp, denn die Ter­mi­ne für Hin­rich­tung und Hoch­zeit lie­gen nah bei­ein­an­der.

Mag­da­le­nes Schick­sal wird Euch bis zur letz­ten Sei­te in sei­nen Bann zie­hen. Die Autorin, in Bit­ter­feld gebo­ren, leb­te vie­le Jah­re in Hal­le und Lands­berg. Grund­la­ge für ihr über­zeu­gen­des Sit­ten­ge­mäl­de mit viel Lokal­ko­lo­rit ist ein sen­sa­tio­nel­ler Fund alter Doku­men­te, hand­schrift­li­cher Noti­zen und Kanz­leischrif­ten.

Arti­kel auf: www.blitz-world.de/halle/hal-gast.htm

Rhein-Lahn-Zeitung, erschie­nen am 24. Janu­ar 2017, Autor: Karl-Heinz Wol­ter

Chris­ti­na Auers­wald stellt ihren Roman vor – Hand­lung spielt Ende des 17. Jahr­hun­derts

Weinähr. Die Atmo­sphä­re eines anhei­meln­den Hau­ses mit freund­li­cher Gast­lich­keit umfängt die Besu­cher des Arn­stei­ner Hofes in Weinähr, nach­dem sie des­sen Wein­stu­be betre­ten haben. Die Buch­au­torin Chris­ti­na Auers­wald aus Rema­gen wird an die­sem Nach­mit­tag aus ihrem his­to­ri­schen Roman „Mag­da­le­nes Geheim­nis“ lesen.

Ein blau­es Woll­kleid hat sie ange­zo­gen, gedie­gen und so geschnit­ten, wie es im 17. Jahr­hun­dert die Art war, sich zu klei­den. Denn der Roman spielt um 1690. So bekom­men die Zuhö­rer einen ers­ten Ein­druck von die­ser Zeit. Bals wird es deut­lich, dass die Autorin sorg­fäl­tig recher­chiert hat, indem sie in vie­len alten Urkun­den, Tage­bü­chern und Beschrei­bun­gen der Stadt Hal­le an der Saa­le gegra­ben hat. Dort han­delt der Roman. Einen sehr ver­ein­fach­ten Ein­stieg in die Geschich­te bie­tet schon der Klap­pen­text. Der ers­te Satz und dann das ers­te Kapi­tel zie­hen die Leser in den Erzähl­strom und las­sen sie wei­ter­le­sen und nicht so schnell wie­der auf­hö­ren, denn die Geschich­te hat hohe erzäh­le­ri­sche Inten­si­tät und Qua­li­tät.

Und sie ist über­wie­gend authen­tisch, beruht auf tat­säch­li­chen Ereig­nis­sen und han­delt von Per­so­nen, die wirk­lich gelebt haben. Es geht um den Mör­der Morin, der gehenkt wer­den soll. Nur die Bür­ge­rin Mag­da­le­ne will den Fran­zo­sen, von dem sie ein unehe­li­ches Kind hat, nicht am Gal­gen sehen. Wie es dazu gekom­men ist, wie sich die kon­flikt­haf­te Geschich­te ent­wi­ckelt und wie sie endet, sei hier nicht ver­ra­ten, aber immer­hin so viel, dass sie span­nend ist und ein Licht auf die­se Zeit mit ihren Wer­ten, Ver­hal­tens­wei­sen, Regeln und sozia­len Nor­men wirft.

Ich will Men­schen beschrei­ben: ihre Cha­rak­te­re, Per­sön­lich­keits­zü­ge und was sie zum Han­deln in einer bestimm­ten Situa­ti­on antreibt und sie in Kon­flik­ten ent­schei­den lässt“, sagt die Autorin. „Die Pro­ble­me der Men­schen frü­her waren den heu­ti­gen ähn­lich. Wenn man sie erken­nen und beschrei­ben will, braucht es Rei­fe, also Lebens­er­fah­rung und die Fähig­keit, sich in ande­re hin­ein­zu­den­ken, auch Wis­sen über sich sel­ber und dabei die Bereit­schaft, über das eige­ne Selbst­bild nach­zu­den­ken.“

Eine wei­te­re Mög­lich­keit, sich der Zeit um 1700 anzu­nä­hern, offe­riert die Wir­tin des Arn­stei­ner Hofes. Selbst­ver­ständ­lich ste­hen pas­send zur Lesung auf der Geträn­ke­kar­te die bekann­ten Lahn-Weine, aber auch Hypo­cras, ein Gewürz­wein mit Anis,Zimt, Ing­wer, Honig und Kar­da­mom. Außer­dem bie­tet sie Spei­sen an, die sie nach den dama­li­gen Rezep­ten gekocht hat. Auch die Gewür­ze stim­men dabei. Eine beson­de­re Köst­lich­keit ist ein Nuss­pud­ding aus dem 17. Jahr­hun­dert mit Honig, des­sen Ver­lo­ckung kei­ner der Gäs­te wider­steht.

Viel­leicht eben­so bedeut­sam wie das Lite­ra­ri­sche und das Kuli­na­ri­sche ist an die­sem Nach­mit­tag das Gespräch der Gäs­te mit der Autorin mit gefä­cher­ten The­men, bei dem es um die Zeit nach der Refor­ma­ti­on und die Gegen­re­for­ma­ti­on, um Fami­lie und Kin­der, das sozia­le Gefü­ge und die For­men sozia­ler Kon­trol­le, um Lebens­er­war­tung und die Rol­le der Frau geht. Mit­hin: Der Roman ist ein sehr anre­gen­des und span­nen­des Buch für den win­ter­li­chen Lese­abend auf der Couch.

Chris­ti­na Auers­walds Roman „Mag­da­le­nes Geheim­nis“ ist im Mit­tel­deut­schen Ver­lag in Hal­le erschie­nen.

Mit Chris­ti­na Auers­wald auf Zeit­rei­se

Span­nen­de Lesung im Evan­ge­li­schen Gemein­de­haus

Rema­gen. Im his­to­ri­schen Gewand stell­te am 15. März die Rema­ge­ner Autorin Chris­ti­na Auers­wald ihren his­to­ri­schen Roman „Mag­da­le­ne und die Saaleweiber“ im Evan­ge­li­schen Gemein­de­haus vor.

Sie nahm die zahl­rei­chen Zuhö­rer mit auf eine Zeit­rei­se ins Jahr 1693, nach Hal­le an der Saa­le, wo es Gra­ben­kämp­fe gibt zwi­schen den aus Frank­reich zuge­wan­der­ten Huge­not­ten und den ein­hei­mi­schen Luthe­ra­nern.

Die 21-jährige Mag­da­le­ne hat den 26 Jah­re älte­ren Spe­ze­rei­en­händ­ler Meis­ter Georg Rehnikel gehei­ra­tet und in einem Gespräch mit ihrer bes­ten Freun­din Isa­beau berich­tet sie ihr, dass es eine Ver­nunft­ehe war. Unge­wollt schwan­ger hat­te sie mit die­ser Hoch­zeit die Mög­lich­keit, die Schan­de zu ver­ber­gen. Für ihren Mann bot sich mit der Ehe die Mög­lich­keit, end­lich einen Sohn zu prä­sen­tie­ren.

Über ihren Mann kur­sie­ren in der mit­tel­deut­schen Stadt Gerüch­te, dass er mal eine Magd geschwän­gert und das Kind umge­bracht haben soll. Mag­da­le­ne will die­sen Gerüch­ten zunächst kei­nen Glau­ben schen­ken, jedoch benimmt sich die Alt­magd Else, die schon so vie­le Jah­re den Haus­halt für ihren Mann führt, immer merk­wür­di­ger und auf­müp­fi­ger. Else beginnt, dem rest­li­chen Per­so­nal Geschich­ten über die ver­hex­ten Saaleweiber zu erzäh­len, die zu erken­nen sind an einem Amu­lett, das auch Mag­da­le­ne trägt.

Lei­der war die Zeit­rei­se für die Zuhö­rer im Gemein­de­haus hier zu Ende. Und dabei hät­ten sie doch so gern gewusst, wie die Geschich­te wei­ter­geht.

Vie­le nutz­ten daher die Gele­gen­heit, das Buch am von Hauf­fes Buch­sa­lon vor­be­rei­te­ten Bücher­tisch zu kau­fen und von der Autorin signie­ren zu las­sen, um es zu Hau­se gemüt­lich zu Ende zu lesen.

Der Abend klang in gemüt­li­cher Run­de mit inter­es­san­ten Gesprä­chen mit der Autorin aus. Das Büche­rei­team, das immer wie­der für schö­ne Ver­an­stal­tun­gen im Evan­ge­li­schen Gemein­de­haus in Rema­gen sorgt, trug auch mit fei­nen Häpp­chen zum Gelin­gen des lite­ra­ri­schen Abends bei.

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